Archiv für Januar 2013

23
Jan

Rangliste der größten Wirtschaftsmächte

Je komplexer ein System ist, je mehr Variablen es gibt, desto unsicherer werden Voraussagen über die Zukunft. So sind die weltbesten – und hochbezahlten – Analysten erfahrungsgemäß nur sehr unvollkommen in der Lage, die Entwicklung des Ölpreises für die kommenden Jahre vorauszusagen. Der Vergleich der beiden folgenden Folien illustriert dies sehr deutlich:

(Quelle: http://www.markt-daten.de/charts/rohstoffe/oel.htm, zuletzt geöffnet am 22.01.2013)

Die Voraussagen der Experten und Spekulanten aus dem Herbst 2007 lagen völlig daneben. Dies galt insbesondere für ihre Prognosen für die Jahre 2008 und 2009. Der Ölpreis lag 2008 fast doppelt so hoch, wie von ihnen erwartet, war 2009 aber 50% niedriger als von ihnen prognostiziert.

Auch die Wirtschaftsforscher irren regelmäßig, wenn sie die konjunkturelle Entwicklung etwa der kommenden zwölf Monate prognostizieren. Die Treffsicherheit von Aussagen über die langfristige Entwicklung ganzer Volkswirtschaften ist hingegen deutlich höher. Warum?

Bedienen wir uns folgenden Bildes: Auch ein gut informierter Hausarzt kann keine verlässliche Angabe über den Gesundheitszustand von „Frau Volkswirtschaft“ in zwölf Monaten machen. Ob sie vielleicht ein Virus erwischt oder sie sich den Fuß verknackst kann er nicht wissen. Hierüber kann der Arzt selbstverständlich auch nicht informiert sein, wenn er eine Voraussage trifft, wie es „Frau Volkswirtschaft“ in zehn oder 20 Jahren ganz konkret zu einem bestimmten Zeitpunkt gehen wird. Aber er ist über ihren Gesundheitszustand, ihren Lebenswandel und die Funktionstüchtigkeit der Organe so gut im Bilde, dass er eine leidlich zuverlässige Aussage über ihr voraussichtliches grundsätzliches Wohlbefinden wird treffen können. Allerdings  könnte ihr immer noch „der Himmel auf den Kopf fallen“, wie die Gallier zu sagen pflegten … Langfristige Voraussagen besitzen gleichwohl eine höhere Trefferquote als kurzfristige.

Mitte November 2012 habe ich bereits darüber geschrieben, wie sich die Gewichte auf der Welt verschieben. Nun gibt es frisches Material, das einen Bericht wert ist. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hat vor wenigen Tagen eine Schrift veröffentlicht, in der sie einen Blick in die ferne Zukunft wagt. (Die Version von 2017 nebst meinen Einschätzungen findet sich am 9.März 2017.) Ich habe zentrale Angaben in einer Folie zusammengefasst: (bei den aufgeführten Beträgen handelt es sich um Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparität gerechnet)

(Quelle: http://www.pwc.com/et_EE/EE/publications/assets/pub/world_in_2050_report-_january_2013.pdf, Seite 2, zuletzt geöffnet am 22.01.2013)

Folgende Beobachtungen möchte ich betonen:

  1. China wird die USA bereits in wenigen Jahren als führende Weltwirtschaftsmacht ablösen und sich bis zum Jahre 2050 einen gewaltigen Vorsprung herausgearbeitet haben.
  2. Einige Länder, die heutzutage gewöhnlich noch nicht auf dem Radar sind werden stark an Bedeutung gewinnen. So wird Indonesien von Platz 16 im Jahre 2011 über Platz 11 im Jahr 2030 auf Rang 8 2050 aufsteigen.
  3. Europäische Länder werden massiv an Bedeutung verlieren. Noch im Jahre 2011 stellten sie mit Deutschland, Russland, Frankreich, Großbritannien und Italien fünf der zehn größten Mächte. 2030 werden es noch vier sein und 2050 nur noch drei.
  4. Russland ist dabei, Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas zu überholen.

Russland ist ein europäisches Land. Und Russland ist zugleich ein aufstrebendes Transformationsland. Es ist mit Brasilien, China, Indien und Südafrika in der Gruppe „BRICS“ vereinigt. (Seit 2011 ist Südafrika in diese Gruppe gestoßen, sodass zu dem zuvor üblichen „BRIC“ noch ein „S“ hinzugefügt wurde.)

PricewaterhouseCoopers hat die sieben größten aufstrebenden Volkswirtschaften unter dem Kürzel „E7“ zusammengefasst. Es handelt sich neben Russland um Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko und die Türkei. Die Größenverhältnisse zwischen den „E7“ und den „G7“ (den bekanntermaßen neben Deutschland noch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA angehören) sehen folgendermaßen aus: (MER = in Wechselkursen, PPP = in Kaufkraftparität gemessen) (Angaben jeweils in Milliarden US-Dollar)

(Quelle: http://www.pwc.com/et_EE/EE/publications/assets/pub/world_in_2050_report-_january_2013.pdf, Seite 6, zuletzt geöffnet am 22.01.2013)

In Wechselkursen gerechnet werden die Wirtschaften der E7 2050 etwa 50% größer sein als diejenigen der G7, in Kaufkraftparität werden die E7 die G7 und 75% überragen.

(Neuer Beiträge zur Entwicklung der „Brics“ s. http://www.cwipperfuerth.de/2013/05/das-wirtschaftswachstum-der-bric-lander/, bzw. zum Schwinden der wirtschaftlichen Dominanz des Westen http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/die-wirtschaftliche-dominanz-des-westens-schwindet/).

13
Jan

Das Ost-West-Kommunikationsgefälle

Die Länder Mittelost- und Osteuropas müssen nachholen und aufholen. Im Vergleich mit den Ländern Westeuropas. Diese landläufige Meinung trifft mitunter zu, manchmal aber auch nicht. Hin und wieder ist auch das Gegenteil richtig, beispielsweise hinsichtlich der Häufigkeit der Todesfälle von Frauen im Kindbett. Hier sollten Deutschland und Österreich Polen und vor allem Estland nacheifern (s. mein Beitrag vom   11. Januar 2013).

Ein anderer Bereich mit einem deutlichen Ost-West-Gefälle ist das Ausmaß an Vertrauen, das Heranwachsende gegenüber ihren Eltern besitzen. Laut einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation haben 15jährige in Osteuropa durchschnittlich ein deutlich vertrauensvolleres Verhältnis zu ihren Eltern haben als Gleichaltrige in Westeuropa. Frankreich und Italien schneiden in dieser Hinsicht besonders schlecht ab. Russland und insbesondere die Ukraine hingegen finden sich auf den vorderen Plätzen.

(Quelle jeweils: WHO 2012, Social determinants of health and well-being among young people, S. 22)

11
Jan

Die Entwicklung der Müttersterblichkeit

Die Müttersterblichkeit ist nach jügsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation in fast allen Ländern der Welt zwischen 1990 und 2010 deutlich gesunken. Estland ist der Spitzenreiter mit einem Rückgang der Todesfälle von Müttern bei der Geburt um 95% je 100.000 Geburten. Das heißt: die Gefahr, dass eine Frau bei der Entbindung stirbt, ist in Estland um 95% gesunken.

In einigen Ländern gab es jedoch Zuwächse. Die Negativrekorde stellen die USA mit +65% auf, Kanada mit +101% und Kroatien mit +102%. Dies bedeutet: Wenn es in den Vereinigten Staaten das gleiche Muttersterblichkeitsniveau wie 1990 gäbe, stürben etwa 500 Frauen weniger als dies derzeit der Fall ist.

(Quelle: http://www.unfpa.org/webdav/site/global/shared/documents/publications/2012/Trends_in_maternal_mortality_A4-1.pdf, S. 37ff)

Die Müttersterblichkeit in Russland ist recht deutlich gesunken, der Vergleich mit Weißrussland zeigt jedoch, dass noch viel Raum für Verbesserungen besteht. Und besteht für uns Deutsche nicht Anlass, Estland nachzueifern?

11
Jan

Russlands Außenpolitik – In eigener Sache

Falls Sie sich einen Überblick über alle zentralen Aspekte und den gesamten Zeitraum der russischen Außenpolitik seit 1991 verschaffen wollen: es gibt auf Deutsch nur das von mir geschriebene „Russlands Außenpolitik“. Alle anderen Bücher behandeln Teilaspekte. Auch auf Englisch gibt es nur zwei, drei umfassende Monographien.

Der Preis ist mit 16,95 Euro verträglich, das Format jackentaschengeeignet.

Das Buch setzt mit dem weltanschaulichen Hintergrund und der Abwägung des Potenzials Russlands ein. Im breiten mittleren Teil wird die Außenpolitik umrissen, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit nach der Jahrhundertwende liegt. Es folgen eine Deutung der Politik und ein abschließender Blick auf die Zukunft. Innenpolitische Kräfte spielen für die vielschichtige Politik des großen Landes im Übergang eine zumindest ebenso große Rolle wie andernorts auch. Ihrer Bedeutung wird Rechnung getragen. Der Standpunkt des äußeren Beobachters und der Blick aus russischer Sicht ergänzen sich in der Darstellung und Interpretation.

7
Jan

Die Ukraine zwischen Russland und dem Westen. Zweiter Teil: Die „Orange-Revolution“ im Oktober/November 2004

Für den Herbst 2004 waren Präsidentschaftswahlen in der Ukraine anberaumt. Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten waren Wiktor Juschtschenko und Wiktor Janukowitsch. Beide hatten in den vorhergehenden Jahren das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet. Die Ukraine und Russland hatten während der Amtszeit Juschtschenkos recht gut zusammengearbeitet.

(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Vladimir_Putin_with_Viktor_Yushchenko-2.jpg)

Juschtschenko näherte sich nach seinem Ausscheiden aus dem Amt dann immer stärker der Opposition zum ukrainischen politischen Establishment an. Während des Wahlkampfs im Herbst 2004 konnte er sich auf eine Koalition ukrainischer Nationalisten (meist aus dem Westen des Landes), westlich gesonnener Demokraten und nicht zuletzt auf Oligarchen stützen, die die oberste Stufe von Reichtum und Macht noch nicht erklommen hatten. Für den Fall seiner Präsidentschaft war mit einem weiteren Zurückdrängen der russischen Sprache und einer Beschleunigung der Annäherung an euro-atlantische Strukturen zu rechnen. Diese Aussichten waren aus Sicht des Kreml nicht wünschenswert.
Wiktor Janukowitsch auf der anderen Seite vertrat seit langem nicht zuletzt die Wirtschaftsinteressen einiger ostukrainischer Oligarchen. Das russische Unternehmen „Sewerstal“ war bei der Privatisierung des großen Stahlbetriebs „Kryworischstal“ im Jahre 2004 nicht zum Zuge gekommen, obwohl es einen deutlich höheren Preis geboten hatte als der Mitbieter aus der Ukraine, der allerdings Janukowitsch nahestand. Auch auf dem lukrativen Mobilfunksektor wurden russische Unternehmen im Vergleich zu ukrainischen Insidern benachteiligt.
Im Oktober 2004 kündigte Janukowitsch bei einem Besuch in Moskau an, nach seinem Wahlsieg die doppelte Staatsbürgerschaft mit Russland einzuführen und dem Russischen den Status einer offiziellen Sprache zu verleihen. Diese Forderung war in weiten Landesteilen populär und Janukowitsch selbst war im Gebrauch der ukrainischen Staatssprache nicht sattelfest. Er positionierte sich demonstrativ als Vertreter einer russlandfreundlichen Politik, was in Anbetracht seiner überwiegend russischsprachigen Wähler und ihrer außenpolitischen Präferenzen auch naheliegend, wenn nicht erforderlich war. Es bestanden jedoch stets Zweifel, ob er tatsächlich beabsichtigte, diese Erklärungen nach einem Wahlsieg umzusetzen. Der bis Ende 2004 amtierende Präsident Leonid Kutschma hatte mit ähnlichen Versprechen seine Wahlkämpfe betrieben, sie jedoch nicht realisiert.
Der Kreml rang sich gleichwohl demonstrativ zu einer Unterstützung von Janukowitsch durch. Präsident Putin suchte ihn beispielsweise während des Wahlkampfes auf und lobte ihn während eines Interviews im ukrainischen Fernsehen mehrfach. Allerdings erklärte Russlands Botschafter in der Ukraine, Wiktor Tschernomyrdin, wiederholt, sein Land werde mit jedem ukrainischen Präsidenten zusammenarbeiten. Westliche Akteure stellten sich wiederum meist deutlich auf die Seite Juschtschenkos.
Beim ersten Wahlgang am 31. Oktober 2004 errang Janukowitsch nach offiziellen Angaben 39,32%, Juschtschenko jedoch 39,87%.

(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e1/Ukraine_Wahlen_2004.png)

Die anderen Kandidaten, die zusammen etwa 20% der Stimmen errungen hatten, konnten somit nicht zur Stichwahl Ende November antreten.
Kurz vor diesem Urnengang erwies Putin auch Juschtschenko seine Referenz. Der russische Präsident beglückwünschte Janukowitsch allerdings bereits zum Sieg, bevor das offizielle Endergebnis verkündet worden war, und die russischen Beobachter erklärten die Wahl für fair und frei.

(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/9/9c/Ja2411.jpg)

Janukowitsch errang nach offiziellen Angaben 49,46% der Stimmen, Juschtschenko 46,61%.

(Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/Ukraine_Wahlen_2004_2.png)

Unzählige Ukrainer und westliche Wahlbeobachter hielten die Ergebnisse jedoch für gefälscht. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straßen.

(Quelle: Seite Wiktor Juschtschenkos, des zeitweiligen ukrainischen Präsidenten ( www.yuschenko.com.ua), zuletzt geöffnet am 10.04.2007. Diese Seite existiert nicht mehr.)

Die internationale Kritik an der Manipulation des Wahlergebnisses ließ nicht nach, sodass der russische Präsident zurückruderte. Putin schloss sich der Haltung des noch amtierenden ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma an, dass ein neuer Urnengang notwendig sei. Allerdings müsse nicht nur die Stichwahl, sondern der gesamte Wahlvorgang wiederholt werden. Dies hätte dazu geführt, dass weder Janukowitsch, noch Juschtschenko erneut hätten antreten dürfen. Eine neue Abstimmung hätte zudem erst zu Beginn des Jahres 2005 stattfinden können. Bundesaußenminister Joschka Fischer und das Europäische Parlament traten hingegen für eine Wiederholung lediglich der Stichwahl ein, während sich die US-amerikanische Seite bereits seit Monaten auffällig zurückhielt: Die Ukraine hatte 2002 ein zwar kleines, aber symbolisch wichtiges Truppenkontingent in den Irak entsandt. Juschtschenko jedoch hatte angekündigt, die Soldaten nach Hause zu holen. Die USA mochten Janukowitsch nicht unterstützen, sich lange aber auch nicht auf die Seite von Juschtschenko stellen.
Wenige Tage nach der Stichwahl fand der europäisch-russische Gipfel statt. Er war von wechselseitigen Anklagen mit bestimmt. Während Putin nochmals demonstrativ Janukowitsch zum Wahlsieg gratulierte, verkündete der niederländische Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzende, Jan Balkenende, das Wahlergebnis sei gefälscht und die EU könne es daher nicht anerkennen. Der russische Präsident entgegnete dagegen: „Wir haben kein moralisches Recht, ein bedeutendes europäisches Land in Unordnung zu stürzen. Wir besitzen kein Recht, uns in den Wahlprozess eines dritten Landes einzumischen.”
Die Verhandlungen über die „Vier Räume“, die zu einer vertieften Partnerschaft zwischen Russland und der EU führen sollen, wurden auf den nächsten Gipfel im Mai 2005 vertagt. Putin betonte aber die „strategische Wahl“ seines Landes für Europa.
Am 2. Dezember traf der russische Präsident überraschend mit seinem noch amtierenden ukrainischen Amtskollegen Kutschma auf dem Moskauer Flughafen zusammen. Putin erklärte, dass die Ukraine ein „hundertprozentig russischsprachiges Land“ sei, was auf Millionen von Bewohnern dieses Landes provokativ wirken musste. Andererseits sagte er: „Für Russland ist die Ukraine ein geeinter und unabhängiger Staat.“ Beide wandten sich nochmals gegen eine ausschließliche Wiederholung der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen.
– Der dritte Teil der Reihe „Die Ukraine zwischen Russland und dem Westen“ folgt in Kürze.

1
Jan

Alles Gute im Neuen Jahr – S nowym godom!

Werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die gesellschaftliche Ebene der deutsch-russischen Beziehungen im vergangenen Jahr: Die menschlichen Kontakte sind zweifelsohne sehr vielfältig und intensiv. Die Wirtschaftsbeziehungen florieren (s. auch meinen Blogbeitrag von Ende September).

Auf der politischen Ebene war 2012 aber leider kein gutes Jahr. Ein hierfür leider bezeichnendes Beispiel ist die Resolution „Durch Zusammenarbeit Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit in Russland stärken“ (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711327.pdf). Der Deutsche Bundestag hat sie im Herbst verabschiedet. (Die Abgeordneten der Regierungsfraktionen sowie der Grünen stimmten übrigens dafür, während sich die Parlamentarier der SPD sowie der Linkspartei enthielten.)

In der Entschließung wurde große Besorgnis über die innenpolitische Entwicklung Russlands geäußert. Ich halte dies nicht für unangebracht, der Ton jedoch war es. Vor allem aber: Es wurde kein Wort verloren, kein Wunsch geäußert über die Abschaffung des Visaverkehrs zwischen den beiden Ländern. Der Bundestag will die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften fördern und lässt außer Acht, dass viele Menschen aufgrund des Visumszwangs nicht zusammenfinden können? Das ist widersprüchlich, ja absurd und ärgerlich.

Dabei gab es im Sommer 2012 eine parteiübergreifende Initiative von Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die auf die Abschaffung des Visumszwangs zielte. (Die Abgeordneten Philipp Mißfelder (CDU) und Gernot Erler (SPD) waren federführend.) Vertreter der Zivilgesellschaft in beiden Ländern, z.B. der „Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften“ (http://www.bdwo.de/) treten hierfür seit langem ein, wie übrigens auch die offizielle russische Seite.

2012 sind Chancen vertan worden. Auch in der russischen Innenpolitik. 2013 wird neue Möglichkeiten eröffnen. Ich wünsche uns allen ein konstruktives Jahr in den deutsch-russischen Beziehungen, ein gutes Jahr für die Deutschland sowie Russland und Ihnen ein gesundes und erfolgreiches 2013 im Kreis Ihrer Lieben!

 

Quelle: Privat